Evolution Factory Einblicke - Kapitel 3: Wenn sich alles in Rauch auflöst!

Aktualisiert: März 4


Alles fühlte sich im Fluss an. Das Projekt "Vision 2020 and beyond" war Ende Oktober 2019 ins Leben gerufen worden. Der Abschied aus dem bisherigen Unternehmen, der R1 Unternehmensgruppe, lag hinter mir. Ich hatte Weihnachten im Kreise der Familie und Freunde genossen. Und war am 2. Januar 2020 zu einem ausgedehnten Urlaub mit Stationen in Neuseeland und Bali aufgebrochen.

Die Idee: Abstand gewinnen, Zeit zum Reflektieren nehmen, den vergangenen Lebensabschnitt würdigen. Und gleichzeitig mit Blick nach vorn: Neues lernen und erfahren. Energie und Inspiration für das neue Projekt sammeln.


In Neuseeland nahm ich deshalb an einem „Survival Camp“ teil. Lernte die grundlegenden Fähigkeiten zum Überleben in der Natur: Biwak bauen, Feuer machen, Trinkwasser finden, Fallen stellen. Und auch einige, die in der Welt des "Survival" als Luxus gelten: Werkzeuge herstellen, Tonkrüge töpfern, Flachs weben, etc.


Diese intensive Auseinandersetzung mit der Natur berührte mich. Zu erleben, welche Ressourcen sie uns zur Verfügung stellt und was wir daraus machen können. Welche Weisheiten die Naturvölker bis heute leben. Und wie aufwändig und gleichzeitig erfüllend sich dieser Einklang mit der Natur anfühlte.

Ebenso unmittelbar spürte ich die

Auswirkungen der großflächigen Brände im Osten Australiens. Über 2000 km entfernt! Sie färbten den Himmel mitten am Tag blut-orange ein und verbreiteten eine unheimliche Stimmung. (siehe Foto) Würde ich an Omen glauben, hätte ich dieses Schauspiel mit Sicherheit als eines gedeutet...


Denn nach einer traumhaften Zeit gemeinsam mit meiner Frau auf Bali, riss der Fluss von einem Moment auf den anderen ab. Es war Anfang März. Corona war ausgebrochen, hatte auch Deutschland erreicht und veränderte die persönliche und geschäftliche Landschaft dramatisch.


Es dauerte nicht lange bis die Konsequenzen auch mich erreichten. Und die Einschläge kamen täglich:


- Die potenziellen Investoren, die mir meine Anteile am R1 abkaufen wollten, zogen ihre Angebote zurück oder passten sie ins Bodenlose an. Womit das Startkapital fehlte.


- Die Kunden, die ich, wie vereinbart, mitgenommen hatte, stornierten ihre Buchungen. Wodurch der für das Jahr 2020 kalkulierte Umsatz um 80% einbrach.


- Und einer meiner Mentoren und potenziellen Geschäftspartner, der mir zu verstehen gab, dass er nicht weiter daran interessiert sei, an unserer gemeinsamen Unternehmung mitzuwirken. Weil er sich einerseits Corona bedingt auf seine bestehenden Unternehmen konzentrieren wolle. Und andererseits weil es nicht seinem Verständnis entsprach, wie ich die Dinge anging. Erst einmal auf Mini-Sabbatical zu gehen, statt mich proaktiv um den Verkauf der Anteile und die Gründung der neuen Firma zu kümmern. Was mich persönlich und unternehmerisch ziemlich traf.


Ich war an einem Tiefpunkt angekommen! Und das, noch bevor das neue Unternehmen überhaupt gegründet war. Ich hatte viele Fragen: Wie soll ich finanziell überleben? Wie stelle ich mich auf? Was brauchen die Kunden jetzt in dieser Zeit? Was bedeutet all das für die Zukunft des Unternehmens?


Ich bin kein Mensch, der sich schnell entmutigen lässt. Nur selten habe ich in meinem Leben so etwas wie Verzweiflung gefühlt. Aber in diesem Moment schien sich alles in Rauch aufzulösen... #keepevolving

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